Eine Kooperation mit Clemens Gadenstätter
Festival Wien Modern
Tanz: Damián Cortés Alberti, Julia Mach, Andressa Miyazato, Eszter Pétrany, Maria Shurkhal





Notation
Re-enacments of Gertrud Bodenwieser´s expressionism Tanz: Cie Off Verticality in Kooperation mit IDA – Institute of Dance Arts


Brucknerhaus, Mittlerer Saal
Tanzfestival Avril en Danza Alicante
Brucknertage Stif St. Florian
Brückenfestival Neuberg
Share Festival Bratislava
Tanz: Maria Shurkhal
Montforter Zwischentöne 2018
Intricate trajectories addresses the subjective matter of the late nineteenth century inventions of hysteria through a diverse physical interpretation. The core sources of the research are the records of Iconographie photographique de la Salpetriere read through a prism of Aby Warburg’s iconology method. The dancers embody the “life” of images and translate visual expressions into choreographic ones. The piece is a study of the subtile space between the rational and irrational forces of the psyche.
Foto: A. Kurz
Igor Strawinsky komponierte Apollon Musagète zwischen 1927 und 1928 als Ballett in 2 Bildern.
Das Libretto: Apollon, der Gott der Musik, tanzt mit den 3 Musen, Kalliope, Muse der Poesie, Polyhymnia, Muse der Hymnendichtung und Terpsichore, Muse des Tanzes. Er führt sie am Schluss zum Parnasse.
Erstes Bild
Prolog: Die Geburt des Apollon
Zweites Bild
Variation des Apollon
Szene: Apollon und die Musen
Variation der Kalliope
Variation der Polyhymnia
Variation der Terpsichore
Zweite Variation des Apollon
Pas de deux
Coda
Apotheose
Im Fokus steht die Suche nach einer aktuellen Interpretation des klassischen Tanzstoffes. Die Betonung und Hervorhebung spezifischer Körperstellen und Bewegungen ergaben sich aus der Auseinandersetzung mit den klassischen Musendarstellungen. Aus dem Versuch, den Gott Apollon und die 3 Musen individualisiert aber doch als Genre zu begreifen, entstand folgende Idee:
buchstäblich dasselbe zu sein, paradoxerweise am selben Ort zu sein.
Die Arbeit wurde inspiriert durch die am IDA Lab stattfindenden Forschungsprojekte von Martyna Lorenc, die sich mit phantom sensations beschäftigt, und Rafał Pierzyński, der sich der embodied communication widmet.
Tanz: Martyna Lorenc, Leon Marič, Rafał Pierzyński
Videostill: A. Kurz
Tanz: Andrea Handler, Martyna Lorenc
Videostill: A. Kurz
Eine choreographische Interpretation ausgewählter Werke von Hans Fronius und Herwig Zens
Graphische Werke (Radierungen, Stiche und Zeichnungen) der Künstler Hans Fronius und Herwig Zens sind der Ausgangspunkt der Choreographien von 7 Tänzern und Tänzerinnen.
Im Fokus der choreographischen Studien stehen einerseits die Motive und Szenen der antiken Erzählungen und andererseits der Duktus der Linienführung (Richtungen, Stärke, Dichte der Striche) und die Struktur der Flächen. Die Tänzerinnen und Tänzer transformieren die Bilder in einem bewegten Raum und lösen sie in den Dynamiken der Bewegungen auf. Sie lesen diese Grafiken wie eine Partitur für Tanz.
Hans Fronius und Herwig Zens deuten mit markanten Handgesten, mit maskenhafter Mimik und mit einer expressiven Stimmung der szenischen Räume die Szenen und Motive der antiken Erzählungen.
In einer Folge von choreographierten Szenen re – kreieren die Tänzerinnen und Tänzer mythische Momente. Sie „lesen“ und interpretieren sie anhand der Bilder und aktualisieren sie physisch.
Mythen erzählen komplexe und überindividuelle Begebenheiten. Sie werden gegenwärtig verstärkt diskutiert, insbesondere in Zusammenhang mit Rationalität/Nicht-Rationalität.
Tanz:
Maria Shurkhal, Boglárka Heim, Eszter Petrány, Oliver Plačko, Kamil Mrozowski,
Szymon Pasterski, Paula Dominici
Musik:
Johann Caspar Ferdinand Fischer – Suite Uranie aus dem Musicalischen Parnassus
Johann Pachelbel – Aria Quarta aus dem Hexachordum Apollinis
Cembalo: Philipp Sonntag


Fotos: A. Kurz
Watch Video (A. Kurz) >>>
Eine Kooperation der C.O.V./Cie. Off Verticality mit IDA – Institute of Dance Arts der Anton Bruckner Privatuniversität Linz
Tanz: Bozhidara Boyadzhieva, Julia Mach, Leon Marič, Eszter Petrány, Rafał Pierzyński, Yi Yi Wang
Empfindungen empfangen die Bildeindrücke der Dinge und formen Traumbilder. Empfindungen sind der „Leib der Seele“. An ihrem äußersten Punkt liegt die Phantasie – heißt es.
Die 1002. Nacht spielt sich in der Topologie dieses äußersten Punktes der Empfindungen ab.
1002. Nächte existieren in der Literatur u.a. in den Geschichten Josef Roths, Edgar Alan Poes oder Dževad Karahasans. Ihre Erzählungen beziehen sich auf die 1001. Nacht. Diese Dichter versetzen die Geschichten an verschiedene historische Zeitpunkte.
Scheherazade erzählt weiter.
Was vermitteln Scheherazades Erzählungen an den äußersten Punkt der Empfindungen, an die Phantasie der Tänzer und Tänzerinnen weiter? Welche Effekte haben Empfindung und Phantasie auf die Physis und Tanzbewegungen der Tänzer? Wie tanzt Scheherazade heute?
In der 1002. Nacht von Rose Breuss wird die Phantasie der Tänzer und Tänzerinnen mit Motiven aus 1001 Nacht verknüpft. Die Aktualisierung der orientalischen Erzählungen zeigt:
Wir tanzen in der 1002. Nacht!
Watch YouTube-Video (Video: Andreas Kurz) >>>
Als ich deine Stimme hörte, ……
Für 8 TänzerInnen
Musik: J. S. Bach, Magnifikat BWV 243
Produktion: Thomas Kerbl
Choreographie: Rose Breuss
Chor und Orchester der Anton Bruckner Privatuniversität, Leitung: Thomas Kerbl
Tanz: IDA – Institute of Dance Arts der Anton Bruckner Privatuniversität
in Kooperation mit C.O.V./Cie. Off Verticality
Premiere: 8. Dezember 2013 im Stift Waldhausen
Weitere Aufführungen: Posthof Linz, Stadtsaal Vöcklabruck, u.a.
Im Magnifikat ist ein extremer Raum aufgespannt: Niedrigkeit und Höhe, Stürzen und Erhöhen, Fülle und Leere, Hochmut und Erbarmen, Mächtig und Niedrig, Reich und Hungernd sind die Gegensätze, die der Text konfiguriert.
Formuliert ist ein Raum ohne Mitte. Die äußeren Dimensionen sind aufgespannt. Die Bewegung pendelt zwischen den Extremen, sie erzeugt einen vertikalen Raum, zwischen Höhe und Tiefe, dynamisiert ist das Auf und Ab, als Stürzen und Fallen, als Erheben und Erhöhen, als Leeren und Füllen, kaum ein Schwingen.
Das Zentrum dieser Bewegung ist wo? Der alte Magnifikat – Text sagt „die Seele“ – sie ist das Zentrum. Sie ist die Aufhängung in diesem extremen Raum, der nicht betretbar ist, weil er keine Fläche bietet. Dieser Seelenraum schwingt.
Thomas Kerbl, bekannt durch seine Musiktheaterproduktionen, die zeitgenössischen Tanz integrieren, wählte das Magnifikat von Johann Sebastian Bach BWV 243 in der ersten Fassung des Werkes in Es Dur, die Bach 1723 komponierte. (Später transponierte Bach das Werk nach D-Dur und entschärfte die harmonisch kühnere Fassung von 1723) Angereichert ist diese Fassung mit vier weihnachtlichen Einlagesätzen.
Chor und Orchester der ABPU erarbeiten eine zeitgenössische Interpretation des Magnifikat mit dem Institute of Dance Arts IDA und der C.O.V., Cie Off Verticality unter der Leitung von Rose Breuss. 8 Tänzerinnen konfigurieren den „Seelenraum“ des Textes in eine zeitgenössische Körperlichkeit und Tanzgeste.
Das Magnifikat ist dreifach, durch die 3 Zeitkünste, ausgedeutet:
Die Be – Deutungen sind gedichtet, in der Musik dramatisiert und im Tanz verkörpert.
Worte, Töne und Gesten treffen aufeinander und verfangen sich ineinander.
Rose Breuss
Artikel in „dancers 2/2013“-PDF >>>

Tanz: Hygin Delimat, Martyna Lorenc (Foto: Andreas Kurz)
Produktion und Choreographie: Rose Breuss
Musik: Ludwig van Beethoven
mit dem Orchester Klangvereinigung Wien
in Zusammenarbeit mit IDA – Institute of Dance Arts und
Peter Deinhammer – Pro Diagonal www.prodiagonal.at
Aus dem Pulver des Prometheus Mythos entzündet sich eine zeitgenössische Tanzinterpretation des Stoffes. Die Pulverspuren führen zum antiken Mythos, in dem Prometheus als Erschaffer neuer Geschöpfe und Feuerbringer figuriert ist. Die Götter strafen ihn für seine Dreistigkeit, selbst schöpferisch tätig zu werden. Prometheus Leber wird der Ort des Strafens, die Leber – das blutreichste Organ, das sich am besten und schnellsten regenerieren kann und deshalb Sitz heftiger Gefühle.
Beethoven interpretierte – zusammen mit dem Ballettmeister Salvatore Viganó – die „Geschöpfe des Prometheus“ mit Fokus auf das „erzieherische Momentum“ der neuen Geschöpfe. Die vorerst unbeholfenen Menschengeschöpfe werden von den Göttern des Parnasses gelehrt. Prometheus ist in diesem Ballett der revolutionäre Aufklärer, „Beispiele nicht Schläge“ sollen die Menschen lehren.
Salavore Viganó suchte als Ballettrevolutionär seiner Zeit die „Bewegung nach der Natur“. Sein Ziel war, erstarrte Formen in Bewegung zu versetzen und eine Verbindung von erzählerischen Momenten und einer Körper- und Bewegungsdynamik zu finden.
In Re- cycling Prometheus entzünden die Tänzer und Tänzerinnen von verschiedenen, individuell gewählten Brennpunkten aus die mythischen Spuren des Prometheus.
„Feuerstudien“ waren der Ausgangspunkt der Choreographie: Studien der Bewegungen der Flammen wurden in ein individuelles Tanzmaterial „nach der Natur“ der TänzerInnen transformiert.
Das Feuer und seine Bewegungsnatur des Entzündens, Glühens, Loderns, Prasselns, Rauchens werden in individuellen Konotationen der TänzerInnen sichtbar. Sie entzünden das Zusammenspiel in Re-cycling Prometheus.
Was läßt sich recyceln?
Nicht das Nachstellen des bekannten Mythos wurde in Re-cycling Prometheus versucht, sondern ein mögliches Wiedergewinnen von…?
Sehen Sie selbst!
Notationen >>>
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Tanz: Michael Gross, Martyna Lorenc u.a. (Foto: Andreas Kurz)

Tanz: Barbara Vuzem, Nadine Horvath (Foto: Andreas Kurz)
Produktion und Choreographie: Rose Breuss
in Zusammenarbeit mit Ernst Kovacic (Violine)
Tanz: C.O.V./Cie.Off Verticality
Paweł Dudus, Andrea Maria Handler, Nadine Horvath, Juan Dante Murillo, Martyna Lorenc,
Rafał Pierzyński
Watch Video >>>
Gmundener Festwochen 2013
St. Gallen 2014
Neuberger Kulturtage 2014
Sigmaringen Sommerfestival 2014
Breslauer Musikfestspiele 2014
Essl – Schömerhaus 2015
Der Körper von der Hand aus gesehen, sei „streicheln, kneifen, stoßen, zeichnen, ziehen, gleiten, klopfen, schlagen, — zeigen“, notiert Paul Valéry in seinen Cahiers. Bleibt die Hand unbewegt und locker, weiß man weder, ob sie da ist, noch was sie ist. Diese Konzentration von Greifen und Fühlen und ultraschnellen Bewegungen (schneller als das Bewusstsein) scheint gleich für die Akte/Aktionen der Musik und des Tanzens.
Im Tanz gibt es eine Art Direktwahrnehmung des Körpers – eine Wahrnehmung ohne Visualität – die Empfindungsgestalten werden „somatisch“ übersetzt. Erst im Schnittpunkt der im Körper eingespeicherten Erfahrungen/Empfindungen visualisieren sich die Empfindungsgestalten in Bewegungen/Akten/Gesten/Körperlichkeiten/Tanz.
Eine tänzerische Annäherung an die Ÿsaye Sonaten wird möglich durch die Überzeugung von Ernst Kovacic, dass er sich Tanz zur Interpretation und Aufführung der Sonaten unbedingt wünscht. Tanzgestalten sollten seine Interpretation nicht nur interpretativ, innerlich, visionär beleben, sondern physisch werden.
Gewicht und Physik kollidieren bzw. verbinden sich mit dem Visionären der Musik.
Die Tänzer aktualisieren das Visionäre. Sie artikulieren Kräfte, Berührungen, Energien, zeichnen das Visionäre physisch in ihre Körper/Gesten/Bewegungen und in den Raum.
Vage Sphären (Grave – 1. Sonate), Abdrücke von Realitäten, (Ballade – 3. Sonate) Naturhaftes (Morgenröte – 4. Sonate), konkrete Figuren (Furien – 2. Sonate), konkrete Tanzformen (Allemande, Sarabande – 4. Sonate), Zustände (Obsession – 2. Sonate), Fluchten (Fuge – 1. Sonate) sind die Anknüpfungspunkte für „somatische“ und damit individuell physische Interpretationen der Tänzer.
Sichtbar wird ein Tanz, der in Gefühlen/Empfindungsgestalten/Energien im einzelnen Tänzerkörper aber auch in einer Art „Beziehungskörper“ agiert. Der gemeinsame „Körper“ entsteht durch ein Gewebe von Berührungspunkten der Tänzer untereinander und in Körper – Bewegungsaktionen, die nur im gemeinsamen Agieren der Tänzer durchführbar sind. (Gewichte und Schwerpunkte, die ineinander streben – a) Hebungen b) partielles Schlittern, Fallen der Körper der Tänzer in – aufeinander, sodass die Flächen des Tänzerkörper die Stelle des Bodens übernehmen.)
Alles in Anklängen: erscheinend, fragmentarisch, wechselhaft – sodass die Übergänge, das Überspringen von Einem ins Andere Teil der Bewegung bzw. die Bewegung selber wird.
Etwas zwischen erdigem Aufstampfen, intensiver Empfindung und kaum möglicher Berührung, etwas, was – wie Ernst Kovacic mir sagte – in den Sonaten von Ÿsaye irrational fortschreitet. Vielleicht auch „irrational“ wegen der Anwesenheit des Vergangenen in der Musik – irrational durch die Indifferenz der Zeiten oder durch das zwischen die Zeiten geraten wie in einen gewonnenen Freiraum?
Notationen >>>

Tanz: Juan Dante Murillo (Foto: Andreas Kurz)

Tanz: Juan Dante Murillo (Foto: Andreas Kurz)
Produktion und Choreographie: Rose Breuss
Tanz: C.O.V./ Cie. Off Verticality >>>
Paweł Duduś, Andrea Maria Handler, Tamara Kronheim, Martyna Lorenc,
Rafał Pierzyński, Aureliusz Rys, Rosalie Wanka
Musik: Claudio Monteverdi u.a.
Gefördert vom Land Oberösterreich, der Stadt Linz und der
Anton Bruckner Privatuniversität Linz
Watch video (Perf. Feldkirch) >>>

Paweł Duduś, Rafał Pierzyński

Rafał Pierzyński, Andrea Maria Handler

Paweł Duduś, Rafał Pierzyński
Notationen Eccentric Dances 1>>>, 2>>>, 3>>>
Eccentric Dances – Materialien zur Choreographie:
Der Mensch fällt ins Lachen und lässt sich ins Weinen fallen.
Unbeherrscht und eruptiv sind diese Vorgänge.
Lachen und Weinen zeigen die Spannung auf, in der wir zu unserer physischen Existenz leben, an den Körper sind wir ganz und gar gebunden.
Der menschliche Körper ist zugleich gegenständlich und zuständlich.
Die Doppeldeutigkeit erfasst den Körper als Werkzeug, als Mittel und Ausführungsorgan wie auch als Spiegelfläche und Resonanzboden, Ausstrahlungsfläche für Emotionen.
Im Lachen und Weinen übernimmt der Körper den Menschen angesichts einer ihm ganz und gar unverständlich scheinenden Situation. Lachen und Weinen sind Modi, die den Menschen in seinen Körper fallen lassen. Sie fangen ihn dort auf, sein physiologischer Mechanismus springt im Lachen und Weinen angesichts des Kontroll- und Orientierungsverlustes ein.
Geöffnetsein, Unvermitteltheit, Eruptivität charakterisieren das Lachen –
Verschlossenheit, Vermitteltheit, Allmählichkeit das Weinen.
Lachen akzentuiert das Ausatmen, Weinen das Einatmen.
Lachen und Weinen sind ein Tanz.
Der Tanz vermittelt die physische Bedingtheit einer heutigen Welt.
Kontrollverlust charakterisiert unsere zivile Welt.
Die Frage nach dem Verbleib des Menschen, nach seinem physischen Überleben stellt sich angesichts einer zivilen Welt, deren Mechanismen lachhaft und zum Weinen sind.
Der Tanz spürt diese Gefahren auf, zeigt sie unmittelbar ausgedrückt in der Physis der TänzerInnen und zieht exzentrische Kreise. Bitterkeit und Süße charakterisieren Lachen und Weinen.
Die menschliche Physis – sie generiert die Potentiale des Menschen.
Das Display der Choreographie:
Physiologische Gesetzmäßigkeiten als choreographisches Display:
Tierische Vitalsphäre – Lachen und Weinen – Renaissancelieder – Bitterkeit und Süße – Expressivität
Die Vitalsphäre des Tieres
Laufen Springen, Sitzen, Liegen, Greifen, Angreifen, Fliehen, Ruhen, Warten, Lauern.Wie das Tier bewohnt der Mensch eine Umgebung. Das Tier ist aber immer darin zentriert. Der Mensch kann exzentrisch sein. Durch seine Aufrichtung blickt er weit und seine Hände sind frei.
Was banal erscheint, ist dennoch in der Physis des Menschen grundgelegt. Wir bewegen uns zentrisch als Körper zwischen den Gegenständen unserer Umgebung und können uns außerhalb aller Bedingungen finden, erfinden.
Ist das Leben des Tieres zentrisch, so ist das Leben des Menschen, ohne die Zentrierung durchbrechen zu können, zugleich aus ihr heraus, exzentrisch. Exzentrizität ist die für den Menschen charakteristische Form seiner frontalen Gestelltheit gegen das Umfeld. (Pleßner)
Daß der Mensch Physis hat, physisch ist und gleichzeitig sich von außen betrachten kann, markiert seine Exzentrizität.
Exzentrisch arbeitet auch die Muskulatur des Menschen.
Sie ermöglicht ein zeitlich kontrolliertes – ausgedehntes Strecken. Die Bewegung zurück wird akzentuiert und schafft ein eigenartig verschoben akzentuiertes Bewegungsmaterial.
Muskulatur
konzentrisch
(positiv-dynamisch, überwindend)
Die intramuskuläre Spannung ändert sich und die Muskeln verkürzen sich.
Nähern sich Ursprung und Ansatz des Muskels an und verkürzt sich dabei der Muskel, spricht man von konzentrischer Muskelarbeit.
(Beispiel Klimmzug: Um den Körper an der Reckstange hochzuziehen, muss der Oberarm gebeugt werden. Der Bizeps arbeitet konzentrisch.)
exzentrisch
(negativ-dynamisch, nachgebend)
Es kommt zu Spannungsänderungen und Verlängerung/Dehnung der Muskeln.
Lachen und Weinen
Die Tänzer und Tänzerinnen experimentieren mit Lachen und Weinen als physiologischem Vorgang.
Als Zustand und einer den Vorgängen innewohnenden Dramaturgie generieren sie ein Bewegungs – Gestenvokabular. Dieses wird den Sphären des Überlebens/Lebens (siehe Vitalsphären) angepasst.
Springen, Laufen, Sitzen, Liegen … werden als Bewegungsrahmen dem erfundenen Gestenmaterial gemäß modifiziert.
Sich fallen lassen, angesteckt werden, überwältigt werden, geschüttelt werden, Vorgänge die im Lachen und Weinen stecken, werden als Bewegungsform und als Übergreifen der Bewegungen von einem zum anderen Tänzer gestaltet.
Renaissancemusik
Warum Renaissance?
Die Kunst der Renaissance simuliert Antike, Nachleben der antiken Mythologien, transferiert Zeiten und Ausdrucksformen.
Sie überliefert in verschobenen Bildgebungen den originären menschlichen Ausdruck. Was in der antike Nymphe ist, wird in der Renaissance Maria Magdalena beispielsweise –
Es geht also weniger um die Figur an sich als um die Figur und den Wandel der Figuren als Träger menschlichen Ausdrucks.
Zeit und Zeitlosigkeit können in der Choreographie durch einen alten Rahmen thematisiert werden.
Bitterkeit und Süße
Seelische Vorgänge werden oft mit Geschmacksempfindungen in Verbindung gebracht. Unsere Geschmackssinne sind äußerst differenziert und eignen sich deshalb für Metaphern.
Sie simulieren Qualitäten und Körpergefühle, die sich als subtile Spannungen in das Bewegungsvokabular der Gesten der Positionierungen einarbeiten lassen.
(Tränen sind bitter oder süß, Lachen ist bitter oder süß usw….)
Die Tänzer eröffnen diese Wahrnehmungen, diese Physiologien des Menschlichen, die menschliche Physis, sie verdichten sie – was der Verstand nicht packt – zu einer Expressivität, die wie Sprache, durch die Sprache hindurch, jenseits der Sprache selbstverständlich existiert.
Expressivität ist eine ursprüngliche Weise damit fertig zu werden, daß man einen Leib bewohnt und zugleich ein Leib ist. (Pleßner)
Produktion und Choreographie: Rose Breuss
Libretto u. Bühnenbild: Christoph Bochdansky
Tanz: [C.O.V./ Cie. Off Verticality] Pawel Dudus,
Juan Dante Murillo Bobadilla, Dorota Lecka, Andrea Maria Handler
Assistenz: Arnulfo Pardo Ravagli
Musik: Clay McMillan
Klavier: Johannes Marian
Soundtrack: Florian Wagner
Licht: Jan Wagner
Video: Johannes Novohradsky
Kostüme: Elisabeth Nielson
Programmtext >>>
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Watch 10 min from public rehearsal >>>

Foto © Richard Kirchner
Produktion und Choreographie: Rose Breuss
Tanz: [Duo C.O.V./ Cie. Off Verticality]
Li Jing, Malwina Stepien
Video: Johannes Novohradsky
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Foto: © Richard Kirchner
Produktion und Choreographie:Rose Breuss
Tanz:Cie. Off Verticality/C.O.V.
Dante Murillo, Petr Ochvat, Aureliusz Rys, Arnulfo Pardo, Anna Prokopová, Tamara Kronheim, Dorota Lecka, Andrea Maria Handler, Philine Herrlein, Olga Swielowska, Malwina Stepien, Anna Lis
Video: Johannes Novohradsky
Musik / Schlagzeug / Electronics: Stefan Maaß
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9 Minutes from C.O.V.-Installations >>>
Andrea Handler u. Dante Murillo
Tamara Kronheim u. Arnulfo Pardo
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Produktion: Rose Breuss
Aktion und Gespräch:
Rose Breuss, Claudia Jeschke, Rainer Krenstetter, Dorota Lecka
Expansions of the Moment
Performance-Lectures
Konzept
In der zeitgenössischen Kunstszene wird mit dem Begriff der Heterochronie eine Strategie benannt, mit der Künstler ihre Arbeiten in einer nicht genau zu benennenden Zeit situieren. Diese ‚Nicht-Festlegung‘ auf der Zeitschiene, bzw. die bewusste Verwischung und Mischung von Zeitebenen, zielt auf die Fragestellung ‚was ist zeitgenössisch?‘, oder genauer: ‚welche konzeptionellen, ästhetischen oder handwerklichen Bestandteile eines Werks machen dieses zu einem zeitgenössischen Kunstwerk?‘
Für den Tanz gilt: Jede Befassung mit ‚historischem Material‘ ruft von vornherein mehrere Zeitebenen ab, indem der Tanz im Moment der Performance von einem heutigen Tänzer realisiert wird. Präziser: Alle aktuellen Auseinandersetzungen mit Entwürfen aus der Tanzgeschichte verlangen Überlegungen zur Zeitgenossenschaft – im Tanz betreffen sie vor allem das komplexe Verhältnis von Konzeption, Ästhetik, Tanztechnik und Performance: Wie also wird ein getanzter ‚historischer‘ Entwurf zu einem ‚zeitgenössischen‘ Entwurf?
Inhalt des Pilotprojekts – Expansions of the Moment I – Walzer (oder: Wiesenthal/Nijinsky???)
In Aktion und Gespräch: Rose Breuss, Claudia Jeschke, Rainer Krenstetter, Dorota Lecka
Expansion of the Moment thematisiert zwei unterschiedliche choreographische und performative Umgangsweisen mit dem Walzer: einerseits die als ‚Mundart der Wiener Moderne‘ charakterisierten Walzer der Schwestern Wiesenthal, und andererseits das als ‚Walzer-Reminiszenz‘ bezeichnete Le Spectre de la Rose, das der Choreograph Michel Fokine für den legendären Tänzer Wazlaw Nijinsky schuf.
Auf die „Janusköpfigkeit“ des Walzers um 1900 ist mehrfach verwiesen worden. Einerseits repräsentierte er die Ball- und Festkultur des untergehenden österreichischen Kaiserreichs, andererseits war er (noch immer und immer wieder) auf der Bühne des Balletts gegenwärtig. Unter den dynamischen Prämissen der Moderne erlebte das beginnende 20. Jahrhundert prägnante und zukunftsweisende Restaurationen sowohl des Wiener Walzers als auch des Konzertwalzers.
Sphäroide (Choreographie: Rose Breuss, Musik: Franz Hautzinger) ist ein zeitgenössischer Kommentar zu den Tänzen der Schwestern Wiesenthal. Grete Wiesenthal initiierte gemeinsam mit ihren Schwestern Elsa und Berta eine innovative Herangehensweise an den Rhythmus und die Musikalität der Wiener Walzer – geprägt von einer ekstatisch wirkende Schwung- und Drehtechnik. Der Erfolg der Wiesenthals gründet sich auf Auftritten, die während der Wiener Sezession vor allem in Künstlerkreisen Aufsehen erregten; zum sezessionistischen Stil wies die natürliche, deutlich definierte Linearität ihrer Tänze eine besondere Affinität auf.
Auch im Bewegungsvokabular von Le Spectre de la Rose geht es um mögliche Verbindungen von Ekstase und Linienführung, geht es um Umformungen und Verfremdungen von Walzer-Traditionen. Und wie in den Wiesenthal-Tänzen steht die Gestaltung von Atmosphäre im Mittelpunkt der choreographischen und tänzerischen Auseinandersetzung.
Performance-Lecture
Sphäroide, getanzt von der zeitgenössischen Tänzerin Dorota Lecka, und Spectre, getanzt vom klassischen Tänzer Rainer Krenstetter, werden in Ausschnitten gezeigt, im Verlauf der Performance miteinander verwoben, mit tanzhistorischen und choreographischen Informationen versehen (Claudia Jeschke, Rose Breuss) und in aktuellen Erfahrungen der beiden Tänzer gespiegelt. So werden Strukturen aufgedeckt, die jeweiligen Vermittlungs-Formeln transparent gemacht.
Bereits das Sprechen und Denken über Tanz, seine kritische Reflexion, macht ihn zeitgenössisch – in welcher ästhetischen Vermittlung er sich auch präsentiert. Die heterochrone Eigenart dieser Performance-Lecture aber geht über diese Qualität der Aktualisierung hinaus, weil sie durch spezifische Perspektiven – wie etwa Fragen der tänzerischen und choreographischen Handwerklichkeit, der Verwendung von Bewegungsvokabularien, der Relevanz historischer Kontextualisierungen – TanzTexte und TanzTexturen jenseits von Werk und Aufführung thematisiert. Das heißt: Tanz wird gleichermaßen als Wissen erfahrbar und als Ereignis wahrnehmbar.
Die von Erotik, mythologischen Anspielungen und gesellschaftlichen Umgangsformen geprägten Fetes Galentes sind die Quelle einiger der berühmtesten Tanzstoffe und Ballette. Die Chopiniana (später wurde dieses Ballett zu Les Sylphides umbenannt) war die Inspiration zu einem Auftrag des berühmten Impresarios Serge Diaghilev an den Komponisten Francois Poulenc, für die Ballett Russe – Les Biches – zu schreiben.
Die Verflechtung von Mythologie und zeitgenössischen Lebens- und Tanzwelten inspiriert Rose Breuss zu einer ins heute transformierten Choreographie eines tradierten Tanzstoffes. Gesteigerte Körperlichkeit und energetisch- aufgeladene Bewegungsfigurationen formen ein Stück, das in fein gesponnenen Bewegungsnetzen poetisch aufgespannt wird.
Die Musik wird vom Komponisten Franz Hautzinger in eine Welt der Bläserklänge gegossen, die Anklänge an die französische Musik einschließt. Die Sphären werden geheimnisvoll und wir denken an Poulencs Freund Paul Éluard, der in seinen sichtbaren Liedern zu den menschlichen Körpersphären sagt: „und was brennen soll, brennt.“
Besetzung:
Produktion/Choreographie: Rose Breuss
Komposition, Trompete, Elektronics: Franz Hautzinger
Trompete/Tuba: Bernhard Bär und das Ensemble Linz
Tanz: Cie. Off Verticality: Tamara Kronheim, Anna Lis, Dante Murillo Bobadilla,
Arnulfo Ravagli Pardo, Amandine Petit, Anna Prokopová, Aureliusz Rys, Petr Ochvat.
Video: Johannes Novohradsky
Lichtdesign: Jan Wagner
Anna Prokopovà, Petr Ochvat und Dante Murillo Bobadilla
Anna Prokopovà und Petr Ochvat
Fotos: R. Kirchner
Download Programmtext >>>
Einladungskarte Feldkirch >>>
Uraufführung: 12. Juni 2009 – FeldkirchFestival >>>
Pressereaktionen >>>
Einladungskarte OdeonTanz >>>
Zugeeignet Isolde Klietmann
Choreografie: Rose Breuss
Tanz: Anna Lis, Julia Mach, Anna Nowak
Musik: Hannes Löschel
Lichtgestaltung: Peter Thalhamer
Wie aus einem Flüstergewölbe wirft der Tanz aus der Zeit vor 1938 seine Echos zu einem heutigen Brennpunkt. Die drei Tänzerinnen bestimmen aus den zurückkehrenden Echos ihre Körpergesten und Raumlagen – im Verhältnis zu erinnerten Hindernissen, die „im Raum stehen“.
Rose Breuss
Ausschnitte auf YouTube
Rose Breuss – Choreographie
Hannes Löschel – Komposition >>>
Eine Produktion im Auftrag der Bregenzer Festspiele 2008
in Koproduktion mit dem Tanzquartier Wien
Aufführungen:
Bregenzer Festspiele – Werkstattbühne
Premiere: Donnerstag, 7. August 2008
2. Aufführung: Freitag, 8. August 2008
Beginn: jeweils 20h
Tanzquartier Wien – Museumsquartier / Halle G
2., 3., 4. Oktober 2008
Beginn: jeweils 20h30h
Idee & Konzept : Rose Breuss, Hannes Löschel
Texteinrichtung Peter Ahorner
Musik Hannes Löschel
Choreographie Rose Breuss
Visuals: Johannes Novohradsky
Ausstattung: Monica Gross
Licht-Design: Jan Wagner
Sound-Design: Florian Bogner
Sound Assistenz : Markus Urban
Presse- und Produktionsbetreuung : Anna Dremsek
Tanz:
Magdalena Chowaniec, Alexander Deutinger, Alexander Gottfarb, Anna Lis, Julia Mach, Dante Bobadilla Murillo, Anna Nowak, Jianan Qu.
Musik:
Ensemble Plus Christina Burchardt – Violine
Andreas Ticozzi – Bratsche
Szu-Ming Wang – Violoncello
Marcus Huemer – Kontrabass
Markus Beer _ Klarinette
Thomas Gertner – Posaune
Claudia Bär – Horn
Martin Eberle – Trompete
sowie
Burkhard Stangl – E Gitarren, Devices
Clayton Thomas – Kontrabass
Mathias Koch – Schlagzeug
Florian Bogner – Electronics
Hannes Löschel – Orgelpositiv, E-Piano, musikal.Leitung
Foto: Nick Mafangas

Notation
Fotos Generalprobe/Werkstattbühne – Bregenz

(Fotos: J. Novohradsky)
YouTube – Videos
Solotanz nach Gertrude Barrison
Musik: Edvard Grieg (aus der Schauspiel-Musik für „Peer Gynt“ von Henrik Ibsen)
Tanz: Julia Mach
Eine Rekreation des am 20. Oktober 1907 zur Eröffnung des Kabarett „Fledermaus“ in Wien uraufgeführten Solos „Morgenstimmung“ von Gertrude Barrison. Choreografie und Inszenierung: Rose Breuss. Kostüm: Art For Art-Theaterservice GmbH in Wien nach den originalen Vorlagen von Fritz Zeymer. Idee und tanzhistorische Beratung: Andrea Amort. Premiere der Rekreation: 17. Oktober 2007, Museum Villa Stuck, München.
Programmtext Morgenstimmung >>>

